Eine minimale Apache-Installation

Es heißt ja, man brauche so wahnsinnig viele Sachen, um den Apache-Webserver auf dem heimischen Amiga zu installieren. Auf einem Amiga 1200 mit nichts weiter als einer Blizzard 1230/IV-Turbokarte, 16MB Fast-RAM und OS3.9 habe ich einmal ausprobiert, was man denn minimal benötigt, um den Webserver Apache zum Laufen zu bringen. Der folgende mit Bildern unterlegte Text beschreibt eine minimale Grundkonfiguration, um den Apache auf jedem Amiga mit Kick 3.x und OS 3.x zum Laufen zu bringen. Wenn der Indianer erstmal rennt, dann kommt das Interesse für die weiteren Funktionen von selbst und aufbauend auf einer Minimalkonfig kann man dann viel leichter die unendlichen Möglichkeiten von Apache testen.

Wie alle Portierungen von UNIX-Programmen benötigt der Apache die ixemul.library. Aus diesem Archiv benötigt der Apache tatsächlich nur die ixemul.library selbst, die sich in Libs: befinden muß.
Anschließend braucht man natürlich das Archiv mit dem Apache selbst, das man in der jeweils aktuellen Version im Aminet findet. Das Archiv mit Apache ist "dummerweise" ein tgz; Da vielleicht nicht jeder über den Archivierer tar verfügt habe ich die minimal benötigten Files in einem lha-Archiv zum Download bereitgestellt.

Nun erstellt man sich irgendwo ein Verzeichnis Namens "apache", wechselt in dasselbe und entpackt das Apache-Archiv dorthinein. Auf langsameren Amigas kann das eine Weile dauern - diese Zeit kann man nutzen und schonmal in der user-startup und gleich in der Shell den Assign "apache:" auf das gerade erstellte Verzeichnis anlegen.
Nach dem Entpacken sollten alle Ordner wie "bin" oder "icons" und "logs" im Ordner "apache:" sein. Übrigens spielt es keine Rolle, ob man das lha-Archiv entpackt, das ich hier zusammengestellt habe, oder die beiden Archive aus dem Aminet (beachte: Immer Apache_1.3.x.tar.gz und Apache_1.3.x_CPU_(php)_bin.tar.gz runterladen!) - die "Vollversion" bietet lediglich alle Features; die Verzeichnisstruktur ist dieselbe.

Nun gilt es, die Datei apache:conf/httpd.conf (eine von mir mit deutschen Kommentaren versehene Version) zu editieren und den eigenen Wünschen anzupassen. Eigentlich kann man erstmal alles so übernehmen; man muß nur die Emailadresse des Administrators anpassen, alles andere kann so bleiben, da die Pfade sich alle auf "apache:" beziehen.

Nun muß man noch in Miami die Benutzer einrichten und den httpd starten. Die gezeigten Screenshots beziehen sich auf Miami Deluxe 1.0c, dieselben Einstellmöglicheiten mit gerinfügig anderem Layout gibt es aber auch im normalen Miami. Screenshots von Genesis werde ich noch nachreichen und dabei das Genesis der AmigaOS-3.9-CD verwenden.

Zunächst legt man einen Benutzer namens "www" an:
Miami User-Einstellungen

Dann muß man für diesen neuen Benutzer noch eine Gruppe anlegen: Miami Gruppen-Einstellungen

Im nächsten Einsteller aktiviert man den Port 80 für den httpd. Soweit ich weiß, ist das in Miami schon so voreingestellt. Falls nicht, einfach den Eintrag so hinzufügen und darauf achten, daß das "doppelte Größerzeichen" ganz links als Zeichen für einen aktiven Eintrag zu sehen ist: Miami Services-Einstellungen

Als letzes muß man nun nur noch im Einsteller für den inetd den Apache auch aufrufen lassen. Wieder einfach auf "add" klicken und nacheinander die Felder ausfüllen, wie es auf dem Screenshot zu sehen ist:
Miami InetD-Einsteller

So, das war's eigentlich schon! Jetzt wird der Apache immer dann gestartet, wenn man in Miami ein beliebiges Interface online setzt. Im normalen Miami passiert das immer dann, wenn man mit dem Modem online geht, in MiamiDX ist bei mir z.B. das interne LAN immer online, sobald der Amiga hochfährt und somit auch der Apache aktiv.